Arbeitslosigkeit unter Personen mit akademischer Ausbildung: Nicht alle sind gleichermaßen betroffen

Dass Akademikerinnen und Akademiker auf dem Arbeitsmarkt auf kollektiver Ebene weiterhin gut aufgestellt sind, wurde im letzten Blogeintrag deutlich. Die Gleichung, dass mit guter Bildung gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt einhergehen, gilt jedoch nicht für alle Personen mit akademischer Ausbildung gleichermaßen. Die dargelegten statistischen Daten zeigen Durchschnittswerte auf nationaler Ebene, die die Unterschiede innerhalb dieser Gruppe verwischen können. Von »den Akademikern« als homogene Gruppe kann in Anbetracht der Diversität angebotener Studienfachrichtungen kaum die Rede sein.

Die Arbeitslosenquote variiert je nach Studienfachrichtung

Die Arbeitslosenquote »der Akademiker« lag im Jahr 2025 bei 3,3%. Dieser Durchschnittswert verdeckt jedoch die Unterschiede zwischen den einzelnen Studienfachrichtungen. Die studienfachbezogene Arbeitslosenquote differenziert, welcher Anteil an Erwerbspersonen mit einem bestimmten Studienfachabschluss durchschnittlich arbeitslos gemeldet ist. Ob tatsächlich im studierten Fachbereich gearbeitet wird, bleibt dabei jedoch unberücksichtigt.

Hier wird das Spektrum erkennbar, in dem sich die Arbeitslosenquoten innerhalb der Gruppe »der Akademiker« bewegen. Besonders spannend ist der Blick auf Fachrichtungen, die allgemein mit guten Beschäftigungsperspektiven verbunden werden. So liegt beispielsweise die Arbeitslosenquote im Ingenieurwesen mit 3,8% zwar auf einem eher niedrigen Niveau, jedoch befindet sie sich oberhalb des akademischen Gesamtdurchschnitts.

Auch traditionell als sicher geltende Fachrichtungen sind keine Jobgarantie

Sollte man nun jungen Menschen also grundsätzlich von einem Ingenieursstudium abraten? Vermutlich nicht. Denn auch innerhalb dieser Fachrichtung – wie auch innerhalb anderer Fachrichtungen – werden unterschiedliche Studien- und Tätigkeitsfelder zusammengefasst. Entsprechend können sich Beschäftigungschancen je nach Spezialisierung und Branche erheblich unterscheiden. Weitere Informationen zur Arbeitsmarktsituation in einzelnen akademischen Berufsfeldern hat die Bundesagentur für Arbeit hier veröffentlicht.

Potenziale und Grenzen statistischer Kennzahlen

Die dargestellten Unterschiede verdeutlichen damit vor allem eines: Sowohl allgemein akademische, als auch studienfachbezogene Arbeitslosenquoten fassen unterschiedliche Realitäten zusammen. Statistische Daten können damit zwar strukturelle Unterschiede zwischen unterschiedlichen Studienrichtungen sichtbar machen, jedoch können sie die Realität nur ausschnitthaft abbilden. Zudem können sie Zustände nur beschreiben; Rückschlüsse auf ursächliche Entwicklungen lassen sie nicht zu.