Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Was sagt die freie Wohlfahrtspflege?

Am Sonntag, dem 6. September 2026, ist es so weit. In dem ostdeutschen Bundesland leben rund 2,1 Millionen Menschen – und 1,7 Millionen Wahlberechtigte in Sachsen-Anhalt sind aufgerufen, den Landtag der neuen Wahlperiode zu wählen. 

Und zu sagen, dass die ganze Republik auf diese Regionalwahl schaut, zumindest die mediale Aufmerksamkeit ist dem Ereignis sicher, ist sicher keine Übertreibung. Was unmittelbar mit dem erwarteten, von manchen herbeiberichteten „Erdbeben“ eines Wahlsiegs der AfD, möglicherweise sogar in Form einer absoluten Mehrheit im neuen Landtag, zusammenhängt. 

Und schaut man auf das letzte Wahlergebnis aus dem Jahr 2021 und den Verlauf der Wahlumfragen bis an den aktuellen Rand, dann ist diese Erwartungshaltung nicht unbegründet:

Quelle der Daten: Umfragen Sachsen-Anhalt auf der Seite wahlrecht.de. In der Tabelle auf der Seite dort findet man Informationen zu den Instituten, deren Auftraggebern sowie Angaben zu der Zahl der Befragten und der Art und Weise der Befragung (differenziert nach telefonische Befragung von zufällig ausgewählten Personen (CATI – Computer Assisted Telephone Interview), Online-Panel – internetbasierte Befragung von gezielt ausgewählten Mitgliedern einer Personengruppe (Befragten-Pool), Face to face – persönlich-mündliche Befragung von zufällig ausgewählten Personen oder ein T-O-Mix – Befragung per Telefon und per Online-Panel. 

Was sagt die freie Wohlfahrtspflege zu den anstehenden Landtagswahlen?

Wie in anderen Bundesländern auch haben sich sechs Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege auch in Sachsen-Anhalt zusammengeschlossen zur Liga der Freien Wohlfahrtspflege im Land Sachsen-Anhalt.1 Und auch dieser Zusammenschluss versucht natürlich, Einfluss zu nehmen im Kontext der Diskussionen, die rund um so eine Wahl geführt werden – oder geführt werden sollten, wenn man sie denn nicht vermeidet.2

Die Liga Sachsen-Anhalt versucht das mit landesweiten Aktionswochen unter dem Motto „Menschlichkeit wählen“. Darüber soll auf die Bedeutung sozialer und pflegerischer Arbeit aufmerksam gemacht werden.

Mit einer breit angelegten Öffentlichkeitskampagne rücken die Mitgliedsverbände in diesem Zeitraum die Menschen, Einrichtungen und Angebote in den Mittelpunkt, die tagtäglich für sozialen Zusammenhalt, Pflege, Unterstützung und Teilhabe in Sachsen-Anhalt sorgen – und zwar von Ende Juli bis Ende August Woche für Woche nacheinander in den folgenden Handlungsfeldern der eigenen Arbeit: Migration, Altenhilfe & Pflege, Teilhabe & Inklusion, Kinder- & Jugendhilfe, Freiwilligendienste & Beratungsdienste, Gesellschaftlicher Zusammenhalt.

Im Rahmen der Kampagne werden jede Woche Einrichtungen, Projekte sowie die Menschen vorgestellt, die in diesen Bereichen Verantwortung übernehmen und soziale Unterstützung ermöglichen. Ziel ist es, die Vielfalt und Bedeutung der sozialen Infrastruktur sichtbar zu machen und denjenigen eine Stimme zu geben, die häufig im Hintergrund wirken.

Die Liga Sachsen-Anhalt hat dafür eine eigene Webseite eingerichtet:

➔ https://www.menschlichkeitwaehlen.de

Dort findet man zu allen sechs Themenfeldern eigene Podcasts.

Natürlich muss man bei der Vielfalt an Themen und konkreten Arbeitsbereichen eine Auswahl treffen, um bestimmte Botschaften platzieren zu können.

Es fällt auf bzw. es ist wieder bezeichnend, dass der Bereich der Arbeits- und Beschäftigungsförderung nicht direkt adressiert wird.

Vielleicht hilft dazu ein Blick auf den arbeitsmarktpolitisch seit Jahren sehr aktiven Verband der Privatschulen (VDP) Sachsen-Anhalt. Die haben im Umfeld der Landtagswahl auch eine Kampagne aufgelegt: Bildungsvielfalt stärken! Und als eine Komponente dieser Kampagne hat man einen gezielten Blick in die Wahlprogramme der Parteien in Sachsen-Anhalt geworfen:

➔ Landtagswahl 2026: Was planen die Parteien für die freie Bildung?

Welche bildungs- und arbeitsmarktpolitischen Ziele verfolgen die Parteien zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt? Welche Rolle spielen Schulen in freier Trägerschaft? Wie positionieren sich die Parteien zu Fachkräftesicherung, Integration, Inklusion oder dem Abbau bürokratischer Hürden?

Explizit angesprochen wird hier der Bereich der Arbeitsmarktförderung.

Auf der verlinkten Seite findet man auch die detaillierten Auswertungen der Programme der einzelnen Parteien.

  1. Konkret sind das die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Sachsen-Anhalt, der Caritasverband für das Bistum Magdeburg, der Paritätische Sachsen-Anhalt, das Deutsches Rotes Kreuz (DRK) Landesverband Sachsen-Anhalt, die Diakonie Mitteldeutschland sowie der Landesverband Jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalt. ↩︎
  2. Vgl. auf dieser Seite dazu am Beispiel der letzten Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz den Beitrag In Rheinland-Pfalz wird ein neuer Landtag gewählt. Was wird aus den Reihen der Wohlfahrtsverbände zum Themenfeld Arbeitsmarktpolitik gefordert? vom 21.03.2026. ↩︎