»Das ist das, was ich gerne schaffen wollte«

Seit vier Jahren bietet die Diakonie Saar in ihren Diakoniekaufhäusern eine Berufsqualifizierung in fünf Modulen für arbeitslose Personen an. Nach drei Absolvent:innen im letzten Jahr haben seitdem weitere zwölf Teilnehmende die Teilqualifizierung »Verkauf« erfolgreich bestanden. Mit einer externen Prüfung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) erlangten sie zusätzlich den offiziellen Ausbildungsabschluss »Verkäufer:in«.

IHK-Geschäftsführer Peter Nagel (rechts) gratulierte den Teilnehmenden der Teilqualifikation-Verkauf zum bestandenen Ausbildungsabschluss. Pascal Schneider, Birgit Franke (links) und Silke Korz von der Diakonie (4.v.l.) sind stolz auf „ihre“ Teilnehmenden. Quelle: Diakonie Saar / Stein

Mit modularer Ausbildung zum anerkannten IHK-Abschluss

An einer kleinen Abschlussfeier im Diakoniekaufhaus Saarlouis nahm auch IHK-Geschäftsführer Peter Nagel teil und wandte sich an die Absolvent:innen: »Sie haben es geschafft! Herzlichen Glückwunsch! Mit der bestandenen Prüfung haben Sie bewiesen, dass Sie den Beruf verstehen und umsetzen können. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg im Berufsleben.« Mit dem Konzept der modularen Ausbildung war die saarländische IHK mit Vorreiter in Deutschland. Mittlerweile wird sie fast bundesweit angeboten.

Birgit Franke, zuständige Bereichsleiterin bei der Diakonie Saar, freut sich über den Erfolg des Konzeptes: »Arbeitslosigkeit hat oft mehrere Ursachen. Die Ausbildung in einzelnen Modulen gab den Teilnehmenden die Möglichkeit Schritt für Schritt zu lernen und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu fassen.« Und das hat positive Auswirkungen auf die Motivation.

Neue berufliche Chancen durch den erfolgreichen Abschluss

Teilnehmer Christian Wulff ist glücklich über den Abschluss: »Ich habe jetzt eine reguläre Anstellung bei einem Baumarkt gefunden. Das ist das, was ich gerne schaffen wollte. Und ich bin gespannt auf die Entwicklungsmöglichkeiten, die sich dort ergeben.«

Maria Bechline ist vor 16 Jahren aus Ungarn nach Deutschland gekommen, hatte aufgrund ihrer familiären Situation bisher keinen Beruf erlernt. »Ich wollte jetzt endlich einen Ausbildungsabschluss haben, um eine gute Arbeit zu finden. Jetzt freue ich mich darauf, meine Kenntnisse im Verkauf einzubringen.« Durch ihre Vorerfahrung in Aushilfstätigkeiten brauchte sie nur drei Module durchlaufen, bevor sie die IHK-Prüfung absolvierte.

Berufliche Praxis sammeln und Unterstützung erfahren

Während der Teilqualifizierung werden Praktika bei externen Partnern auf dem ersten Arbeitsmarkt absolviert. Bei dieser Herausforderung begleitet die Diakonie und stützt die Teilnehmenden, wenn das Leben mal nicht gerade verläuft. Sozialarbeiterin Silke Korz ist stolz auf die Gruppe: »Es ist schön zu sehen, wie sich berufliche Perspektiven aufzeigen und auch innerhalb der Gruppe eine Gemeinschaft entsteht, die stärkt.«

Umfassende, flexible und praxisnahe Qualifizierung

Die gesamte Teilqualifizierung umfasst fünf Module: Kassiertätigkeit und Warensortiment, Service und Kundeninformation, Warenbewegung und Preiskalkulation, Beratung und Verkauf sowie Warenpräsentation und Verkaufsförderung. Sie ist zertifiziert nach bundeseinheitlichen Standards der Teilqualifizierung für den Ausbildungsberuf »Verkäufer:in«. Der theoretische Unterricht wird online durchgeführt und durch praktische Einsätze je nach Wohnort in einem der Diakoniekaufhäuser in Neunkirchen, Völklingen oder Saarlouis ergänzt.

Gefördert wird die Teilqualifizierung durch die Agentur für Arbeit und die saarländischen Jobcenter sowie das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit.

Originaltext: Stefanie Stein (Leicht gekürzt von Laura Eisele)