Wenn man sich mit dem Arbeitsmarkt bzw. genauer: mit der Vielzahl an Arbeitsmärkten beschäftigt, dann ist man auf Zahlen angewiesen. Dafür gibt es unterschiedliche Quellen. Neben dem Statistischen Bundesamt (vgl. z.B. dort die Themenseite Arbeitsmarkt) ist natürlich die Bundesagentur für Arbeit (BA) mit ihrer wirklich umfangreichen Statistik-Seite eine zentrale Anlaufstelle.
Um den Arbeitsmarkt in den Blick zu nehmen, kann man auch einen Blick auf das Portal Jobmonitor werfen: www.jobmonitor.de. Hierbei handelt es sich um ein Projekt der Bertelsmann Stiftung. »Was passiert gerade auf dem Arbeitsmarkt? Der Jobmonitor wertet Millionen aktueller Online-Stellenanzeigen aus und macht sichtbar, welche Jobs gefragt sind, welche Skills benötigt werden und in welchen Regionen Chancen entstehen. So liefert er Einblicke für datenbasierte Entscheidungen.«

Der Jobmonitor der Bertelsmann Stiftung stellt Forschungsergebnisse und Regionaldaten frei zugänglich zur Verfügung.
Datengrundlage sind über 75 Millionen Online-Stellenanzeigen – pro Tag kommen rund 200.000 hinzu. Diese Datenbasis und die automatisierte Auswertung ermöglichen es, Veränderungen am Arbeitsmarkt frühzeitig zu erkennen. Die Daten stehen bis auf die Ebene von Kreisen und kreisfreien Städten zur Verfügung. So lässt sich beispielsweise erkennen, welche Berufe besonders stark nachgefragt werden, welche Kompetenzen Arbeitgeber suchen oder in welchen Branchen sich Engpässe abzeichnen. Kommunen können diese Informationen unter anderem für die Wirtschafts- und Standortentwicklung, die Fachkräftesicherung oder die Planung von Qualifizierungsangeboten nutzen. Das Angebot richtet sich unter anderem an Weiterbildungsträger, Arbeitsagenturen und Jobcenter sowie Wirtschaftsförderungen.
Auf der Basis der gesammelten und ausgewerteten Online-Stellenanzeigen kann man beispielsweise aktuelle Entwicklungen von Berufen oder in Regionen nachvollziehen. Es gibt eine eigene Rubrik Teilqualifikationen – konkret kann man prüfen, welche Teilqualifikationen nach Berufen und Berufsfeldern (insgesamt 157 Teilqualifikationen aus 27 Berufen) gesucht werden. Vor dem Hintergrund, dass es durchaus viele Unternehmen gibt, die bereit sind, bei Bedarf auch Menschen ohne Berufsabschluss einzustellen, wenn sie in Teilen des Berufs kompetent sind, sind das wichtige Informationen gerade für Qualifizierungs- und Beschäftigungsträger.
Sogenannte Soft Skills spielen bekanntlich eine teilweise immer größere Bedeutung (und zuweilen sind sie bedeutsamer als formale „Papier-Qualifikationen“. Man kann die Soft-Skill-Trends, die sich in den Stellenanzeigen niederschlagen, in den Regionen in einer eigenen Rubrik abrufen.
Auch interessant: Es gibt eine eigene Rubrik Arbeitsmarkt Green Economy: »Der ökologische Wandel verändert den Arbeitsmarkt und bietet neue Beschäftigungsperspektiven. Der Jobmonitor macht sichtbar, wie breit Nachhaltigkeit bereits in der deutschen Wirtschaft verankert ist, wie unterschiedlich sich die Green Economy in den einzelnen Regionen entwickelt und welche Jobs konkret entstehen.« So lag der Anteil der Stellenanzeigen mit Bezug zur Green Economy an allen Stellenanzeigen in Deutschland im vergangenen Jahr (2025) bei immerhin 29,1 Prozent.
Außerdem kann an auf der Seite vom Jobmonitor zahlreiche Analysen & Studien abrufen: »Kurzanalysen und Studien machen Arbeitsmarktdaten greifbar. Kurzanalysen erzählen datenbasierte Geschichten: Mit interaktiven Grafiken werden große Datenmengen verständlich dargestellt und thematisch eingeordnet. Studien liefern vertiefte Perspektiven.«
Aktuelle Beispiele: „Internationale Studierende brauchen Deutschkenntnisse“, „Raus aus dem Helferjob: jeder Fünfte ist arbeitslos und es gibt kaum Stellen – Qualifizierung als Ausweg“ oder „Entwicklung der Industriebeschäftigung“.
Man kann auf den ersten Blick erkennen: Hier werden viele fündig, wenn sie suchen. Eine weitere wichtige Datenquelle für alle, die sich mit dem Arbeitsmarkt beschäftigen (müssen).