Zum elften Mal wird mit dem Inklusionspreis der Wirtschaft 2026 eine Auszeichnung verliehen, die Unternehmen in den Fokus rückt, die als vorbildliche Beispiele für gelebte Inklusion auf dem Arbeitsmarkt dienen. Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr die SMS group GmbH, Cummins Deutschland GmbH sowie der Floristikbetrieb Moderne Floristik Steinbrecher aus Waltrop.
Erfolgreiche Praxisbeispiele werden sichtbar
Der Inklusionspreis für die Wirtschaft stellt innovative und nachhaltige Praxisbeispiele für die Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung heraus. Positive Erfahrungen und erfolgreiche Ansätze werden so sichtbar, um damit weitere Betriebe zur Umsetzung eigener Maßnahmen zur Inklusion auf dem Arbeitsmarkt anzuregen.
Initiiert wird der Preis durch die Bundesagentur für Arbeit, die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände sowie die Arbeitgeberinitiative UnternehmensForum. Die Entscheidung über die Nominierungen sowie über die finalen Auszeichnungen trifft eine zehnköpfige Jury, bestehend aus Personen aus Wirtschaft, Politik und Behindertenorganisationen. Schirmherrin des Preises ist die Bundesministerin für Arbeit und Soziales Bärbel Bas.
Inklusion als »Gewinn für alle«
Bas stellt fest: »Unternehmen, die inklusiv denken und handeln, ermöglichen nicht nur die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsleben. Sie sichern sich damit auch engagierte Fachkräfte und steigern ihre Attraktivität durch eine vielfältige Unternehmenskultur. Die jährliche Verleihung des Inklusionspreises für die Wirtschaft macht den Mehrwert einer inklusiven Arbeitswelt für alle aus unterschiedlichen Blickwinkeln sichtbar. Die Preisträger ermutigen durch ihre Erfolgsgeschichten andere Unternehmen dazu, ebenfalls Barrieren abzubauen und die Potenziale von Menschen mit Behinderungen gewinnbringend zu nutzen.«
»Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger zeigen eindrucksvoll, dass die Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen weit mehr ist als gelebte gesellschaftliche Verantwortung – sie ist ein Gewinn für alle […] Die drei Preisträgerbetriebe leben vor, wie Vielfalt Innovation fördert, neue Perspektiven eröffnet, den Zusammenhalt stärkt und Unternehmen gerade angesichts des demografischen Wandels fit für die Herausforderungen der Zukunft macht. Das verdient Anerkennung und Nachahmung«, so Daniel Terzenbach, Sprecher der Initiierenden und Vorstand der Bundesagentur für Arbeit
Preisverleihung in drei Kategorien: Wer sind die Preisträger?
Der Preis wird in drei Kategorien verliehen. Es werden so unterschiedliche Unternehmensgrößen berücksichtigt. Entsprechend werden verschiedene Wege der betrieblichen Inklusion greifbar, die als Orientierung für inklusive Maßnahmen dienen können.
Große Unternehmen und Konzerne: SMS group GmbH
Bei den großen Unternehmen und Konzernen wird die SMS group GmbH ausgezeichnet. Die international tätige Unternehmensgruppe im Maschinen- und Anlagenbau wird für ihren »ganzheitlichen und strategisch verankerten Ansatz zur Inklusion« ausgezeichnet. »Das Unternehmen verbindet vorbildliches inklusives Personalmanagement mit Maßnahmen zur Förderung psychischer Gesundheit und einem konsequent barrierefrei gestalteten Arbeitsumfeld«, so die Begründung.
Unter anderem gibt es einen barrierefreien Campus am Konzernsitz in Mönchengladbach und Inklusion wurde im ESG-Rahmenwerk des Unternehmens implementiert. Ergänzt wird dies durch regelmäßige Sensibilisierungsmaßnahmen sowie enge Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten. Darüber hinaus wurde ein datenbasiertes Inklusionsbetriebssystem geschaffen, das auf die Sichtbarmachung und Stärkung der Potenziale von Menschen mit Behinderung abzielt und so als Steuerungsinstrument fungiert.

Mittelständische Unternehmen: Cummins Deutschland GmbH:
Die deutsche Tochter des internationalen Technologieunternehmens Cummins wird für »ihr praxisnahes und nachhaltig angelegtes Konzept zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen« in der Kategorie für mittelständische Unternehmen ausgezeichnet.
Konkret wurden neue Möglichkeiten zur Beschäftigung für Menschen mit mentalen Behinderungen geschaffen. Diese wurden durch die Einführung einer inklusiven Arbeitsinsel in der Produktion ermöglicht. So sollen Arbeitsplätze individuell abgestimmt werden sowie Bewerbungs- und Onboardingprozesse entsprechend angepasst werden.
Daneben sollen die Beschäftigten von geschulten Führungskräften und Teams sowie durch individuelle Begleitung unterstützt werden. Als weiterer Entwicklungsschritt hin zu einer Unternehmenskultur, die nachhaltig von Inklusion geprägt ist, setzt das Unternehmen auf den konsequenten Abbau von Barrieren im Arbeitsalltag. Dazu gehören unter anderem barrierefreie Arbeitsbedingungen sowie die Verfügbarkeit von Informationen in einfacher Sprache.

Kleine Unternehmen: Moderne Floristik Steinbrecher
Für ihr inklusives Geschäftsmodell wurde der Betrieb Moderne Floristik Steinbrecher aus Waltrop ausgezeichnet. Dieser betreibt neben der klassischen Arbeit in der Floristik einen Inklusionsbetrieb, in dem Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen in verschiedenen Arbeitsbereichen beschäftigt sind und auch im direkten Kundenkontakt arbeiten. Arbeitsplätze und Qualifizierungsmöglichkeiten werden dabei individuell abgestimmt. Zudem wurden interne Arbeits-, Kommunikations- und Teamabläufe bewusst weiterentwickelt.
Mit dieser Strategie können mehrere Vorteile von Inklusion wirksam werden: Fach- und Arbeitskräfte werden gesichert und gebunden, während der Kundenkontakt gleichzeitig dazu beiträgt, dass Inklusion gesellschaftlich sichtbar wird. Zudem zeigt Moderne Floristik Steinbrecher exemplarisch, wie der Übergang aus einer Werkstatt in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nachhaltig erfolgreich sein kann.
